Kathedrale Malaga
Die Kathedrale in Málaga gehört zu den grössten historischen Bauwerken der Stadt und wurde auf dem Grundriss einer ehemaligen Moschee errichtet.

Die Kathedrale von Málaga heisst eigentlich „Santa Iglesia Catedral Basílica de la Encarnación“. Von vielen wird sie jedoch einfach „La Manquita“ (Die Einarmige) genannt.

Infos für den Besuch der Kathedrale in Málaga

Adresse

  • Calle Molina Lario, s/n, 29015 Málaga

Die Kathedrale von Málaga befindet sich in der Fussgängerzone inmitten der Altstadt, gegenüber des Yachthafen Muelle Uno und nur einen Sprung von den meisten anderen historischen Sehenswürdigkeiten entfernt.

Öffnungszeiten und Eintritt

  • Montag bis Freitag von 10:00 bis 18 Uhr
  • Samstag: 10:00 bis 17 Uhr
  • Sonntags und an Feiertagen geschlossen

Preise

  • Erwachsene: 5 €
  • Gruppen: 3 €
  • Reduzierter Preis (Studentenausweise, Pensionisten, etc.) 2 €
  • Kinder: 0,60 €

Für die Besichtigung stehen Audioguides zur Verfügung.

Messen und Besuch während den Messen

Einzelpersonen oder auch kleinere Gruppen können während der Messzeiten kostenlos einen Blick in die Kathedrale werfen. Dabei ist jedoch zu bedenken, dass Messzeiten keine offiziellen Besuchszeiten sind. Wer sich aber unauffällig verhält, kann der Kathedrale zur Messe einen kostenlosen Besuch abstatten.

Die folgenden Zeiten für die Messen in der Kathedrale sind der Webseite der Diözese von Málaga entnommen:

  • Vormittagsmesse: Montag bis Samstag: 09:15 Uhr
  • Nachmittagsmesse: Montag bis Freitag 18:30 Uhr
  • Gottesdienste Vormittag und Mittag: An Sonntagen und Feiertagen 09:00, 10:00, 11:30 und 13:00 Uhr
  • Gottesdienste Nachmittag: An Sonntagen und Feiertagen 17:00 Uhr

Beichten werden eine halbe Stunde vor Messbeginn abgenommen.

Kontakt

  • Telefon: 952 220 345
  • E-Mail: catedral@diocesismalaga.es

Die Geschichte der Kathedrale von Málaga

Die Kathedrale von Málaga zählt zu den ältesten Kirchen der Stadt. Ihr Bau begann etwa 40 Jahre nach der Reconquista Málagas durch die katholischen Könige. Die Reconquista war im Jahre 1487 und im Jahre 1528 begannen die Bauarbeiten an der Kathedrale von Málaga. Die Bauarbeiten sollten insgesamt 254 Jahre dauern. Und selbst danach wurde die Kathedrale nie endgültig fertig. Denn aufgrund von Geldmangel ist der Südturm nie fertiggestellt wurden.

Namensbedeutung: Santa Iglesia Catedral Basílica de la Encarnación

Der Name Santa Iglesia Catedral Basílica de la Encarnación bezieht sich auf die Fleischwerdung Gottes.

  • Encarnación = Fleischwerdung

Die Kathedrale auf den Resten einer Moschee

Dort wo sich heute die Kathedrale von Málaga befindet, stand einst eine Moschee. Der Grundriss der ursprünglichen Moschee war in seiner Ausdehnung grösser als der Grundriss der heutigen Kathedrale. Im Gegensatz zu Cordoba, wo die Moschee nach der Reconquista erhalten blieb, wurde sie in Málaga „fast“ vollständig eingerissen.

Teile des ehemaligen Minarett sind jedoch immer noch erhalten. Denn im Minarett wurde der gotische Eingangsbogen der Kirche „Iglesia de Santa María del Sagrario“ eingearbeitet. Diese Kirche entstand ebenfalls kurz nach der Reconquista 1487 und befindet sich sozusagen auf dem gleichen Gelände wie die Kathedrale. Mit der „gewaltsamen Einpflanzung“ des gotischen Eingangs in das Minarett machten die neuen Herrscher auch architektonisch klar, wer nun das Sagen hat.

Diese Handhabung war entgegen aller ästhetischen Einwände übrigens gang und gäbe zu jener Zeit. Wer einmal die Mezquita in Cordoba besucht (absolut empfehlenswert), wird aufgrund der kolossalen Grösse dieser Moschee beeindruckt sein. Wenn er dann im Innern der Moschee auf das immense Kirchenschiff stösst, das nach der Reconquista von den Katholiken dort errichtet wurde, der wird nicht schlecht staunen.

Plaza del Obispo und Palacio Episcopal

Der Platz vor der Kathedrale, welcher heute „Plaza del Obispo“ heisst, war zu Zeiten der Mauren übrigens der Moscheeplatz. Und die „Plaza de los Naranjos“ (seitlicher Touristeneingang zur Kathedrale) soll einst der Innenhof der Moschee gewesen sein.

Auf der Plaza del Obispo befindet sich auch der Bischofspalast „Palacio Episcopal de Malaga“. Der Bau zum Bischofspalast wurde im Jahre 1762 mit Fördergeldern des Erzbischofs José Francisco Lasso de Castilla begonnen.

La Manquita: Die Einarmige

Obwohl die Kathedrale von Málaga einst für 2 Türme entworfen wurde (ein Nord- und ein Südturm), wurde letztendlich nur der Nordturm fertiggestellt. Für die Fertigstellung des Südturms reichte irgendwann das Geld nicht mehr. Spanien war zu jener Zeit in zahlreiche Kolonialkriege verstrickt und so musste die Kathedrale zurückstecken. Der Nordturm erreicht übrigens eine stattliche Höhe von 84 Metern.

Heute ist gerade die Tatsache, dass die Kathedrale von Málaga nur einen Turm besitzt, ihr Markenzeichen und sie ist als „Die Einarmige“ landesweit und über die Grenzen hinaus bekannt.

Mitte des 19. Jahrhunderts gab es noch einmal einen Versuch, den Turm fertigzustellen. Per Plebiszit wurden die Malagueños befragt, ob man den Südturm der Kathedrale fertigstellen oder ob man für das Geld lieber die Stadt hin zum Hafen öffnen solle. Das Volk entschied sich für eine moderne Strukturierung der Stadt und so begann der Bau der Calle Larios, die heute als Haupteinkaufsstrasse und die fünftteuerste Strasse Spaniens in Bezug auf die Mietpreise gilt.

Das Bauwerk

In der der Kathedrale mischen sich mehrere Baustile, wobei die Renaissance die vorherrschende Stilrichtung darstellt. Neben dem Stil der Renaissance sind Elemente aus dem Barock, der Gotik und des Neoklassizismus zu finden. Am Haupteingang, der sich auf der Plaza del Obispo befindet, fallen die 3 grossen Torbögen ins Auge. Die Bögen sind aus Marmor und verschiedenfarbig dekoriert.

Über den Bögen befinden sich Medaillons. Links und rechts kann man darauf die Schutzheiligen Málagas San Ciriaco und Santa Paula erkennen. San Ciriaco und Santa Paula waren zwei Christen zur Römerzeit in Málaga. Als sie selbst nach Folterungen nicht von ihrem christlichen Glauben abschwören wollten, wurden sie vom letzten grossen römischen Christenverfolger Diocleciano zu Tode gesteinigt. Später wurden sie von der Kirche zu Heiligen erklärt. Auf dem mittleren Medaillon befindet sich eine Bibelszene, auf welcher der Erzengel Gabriel Jungfrau Maria die unbefleckte Empfängnis erläutert.

Das Kircheninnere und die Chorgestühle

Die drei Kirchenschiffe im Innern sind gleich hoch, wobei das mittlere breiter ist als die beiden äusseren. Ein prächtig dekoriertes Deckengewölbe schliesst das Gotteshaus nach oben ab. Um trotz der grossen Höhe die Stabilität des Gebäudes zu gewährleisten, nutzte der Architekt ein besonderes System. Er verband korinthische Säulen mit kreuzförmigen Pfeilern und vereinte somit Elemente klassischer Bauweise mit Elementen der Renaissance.

Im Innern des Chores gibt es auf der Evangelienseite und der Epistelseite 2 grosse Orgeln. Sie wurden zwischen 1781 und 1783 von Julián de la Orden gebaut. Jede der Orgeln besitzt 48 Bass- und 59 Diskantregister auf drei Manualen. Insgesamt zählen beide Orgeln über 9000 Pfeifen. 1989 wurde die Episterorgel restauriert.

Das gesamte Innere ist von Elementen aus der Renaissance und aus dem Barock geprägt. Die Chorgestühle sind aus dem 17. Jahrhundert und wurden von Luis Ortiz aus Mahagoni und Zedernholz gefertigt. Der 1628 in Granada geborene und 1688 in Málaga verstorbene spanische Bildhauer Pedro de Mena vollendete die Dekoration des Chorgestühls.

Die Kathedrale verfügt über insgesamt zwei Kanzeln, die aus Cabra-Marmor gefertigt und mit religiösen Motiven verziert sind.

Alle Infos zur Kathedrale Málaga: Geschichte, Öffnungszeiten, Messen, Besuche

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